Schloss Zerbst

Schloss Zerbst

Das Residenzschloss Zerbst war ein wichtiges bauliches Zeugnis des Landes Anhalt und zählte zu den bedeutendsten Barockbauten im mitteldeutschen Raum. Die noch vorhandene Ruine des Ostflügels lässt kaum erahnen, was für ein kostbares Bauwerk Schloss Zerbst einst war.
Das Schloss in Zerbst gründet sich auf eine slawische Wasserburg des 12. Jahrhunderts. Die Anlage, die 1196 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde, bestand aus einer Vor- und einer Hauptburg und war von einem Graben samt Festungsmauer umgeben.
Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges überstand das Schloss zwar ohne Zerstörungen, allerdings wurde die Pflege der Gebäude vernachlässigt, so dass die Anlage in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts weitgehend unbewohnbar war.
Fürst Karl Wilhelm beschloss, für seine Residenz einen zeitgemäßen Neubau zu errichten und beauftragte den Niederländer Cornelis Ryckwaert mit den Arbeiten. Hierfür wurden zunächst die nördlichen Gebäudeteile des alten Schlosses abgerissen, das erhaltene Material nutzte man für die Aufschüttung des Fundaments, die südlichen Gebäudebereiche wurden zum Teil in das neue Schloss integriert.
Grundstein wurde am 31. Mai 1681 gelegt.
Der Rohbau des Corps de Logis war 1689 vollendet, die Dekorations- und Ausbauarbeiten zogen sich bis 1696 hin.
Die Einweihung des Hauptgebäudes des Schlosses fand am 23. Juni 1696 statt, die Kosten für das Bauvorhaben wurden zu diesem Zeitpunkt mit 57.000 Talern beziffert.
Von 1703 bis 1706 wurde der Westflügel unter Leitung von Ryckwaerts Nachfolger Giovanni Simonetti errichtet, der unter anderem die Schlosskapelle aufnehmen sollte. Die Arbeiten am Ausbau der Kapelle sollten bis 1719 andauern. Ab 1721 wurde der Mittelrisalit des Corps de Logis zu einem Schlossturm mit barocker Haube erweitert. 1743 wurden die Reste der alten Burg schließlich abgetragen und an deren Stelle der Ostflügel ab 1744 errichtet. Mit Abschluss der Arbeiten an dem Rohbau 1746 erhielt das Schloss endgültig seine geplante Form. Die Innenräume des neuen Trakts schmückte man im Stil des Friderizianischen Rokokos aus. Da der regierende Fürst Friedrich August aufgrund eines Streits mit Friedrich dem Großen ins Exil nach Basel gehen musste, kamen die Bauarbeiten 1758 zum Erliegen.
Das Schloss stand nach dem Erlöschen des Zerbster Fürstenhauses meist leer. 1872 richtete man das Herzogliche Haus- und Staatsarchiv im Corps de Logis ein. 1881 brannte der Turm aus, er wurde anschließend in seiner alten Gestalt wieder hergestellt. 1921 wurde das Schlossmuseum eröffnet und es zogen einige städtische Institutionen, wie das Zerbster Finanzamt, in die leeren Räume.
Die „Reitbahn“ ist heute die Stadthalle.

Am 16. April 1945 wurde das Schloss durch Bomben getroffen und brannte anschließend vollständig aus.

Quelle:
http://de.wikipedia.org

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